Englisch & Sport am Gymnasium ... und gottloser, pflanzlicher Tango

Funeral Blues

Auden’s wun­der­ba­res Gedicht ist ja schon in „Four Wed­dings and a Fun­e­ral“ (You­Tube) sehr ergrei­fend. Noch ver­stärkt wird die Wir­kung der Wor­te durch die Musik von Apocalyptica. 

 

Andre­as Büsing hat eine schö­ne Rezi­ta­ti­on des Gedichts mit Joa­chim Król (You­Tube) gefunden.

Georg Schlamp hat im Rah­men einer Gedicht­ein­heit sei­ne Schü­ler das Gedicht übe­set­zen las­sen. Hier die phan­tas­ti­sche Über­set­zung von Sophia:

Hal­tet an alle Uhren, das Tele­fon legt still,
bewahrt mit einem saf­ti­gen Kno­chen den Hund vor Gebell,
bringt die Kla­vie­re zum Ver­stum­men und mit dump­fen Trommeln,
tragt den Sarg her­aus, lasst die Trau­ern­den kommen.

Lasst Flug­zeu­ge jam­mernd über ihren Köp­fen kreisen,
die Bot­schaft „er ist tot“ in den Him­mel schreiben,
bin­det Stra­ßen­tau­ben Krepp­schlei­fen um den wei­ßen Kragen,
lasst Poli­zis­ten schwar­ze Hand­schu­he tragen.

Nor­den, Süden, Ost und West war er mir,
mei­ne Arbeits­wo­che und die Sonntags-Manier,
mein Gespräch, mein Lied, mein Mit­tag, mei­ne Mitternacht,
ich dach­te, die Lie­be wäh­ret ewig, doch falsch gedacht.

Sie sind jetzt nicht erwünscht, drum knipst aus alle Sternelein,
baut ab die Son­ne und den Mond packt ein,
ihr könnt den Oze­an aus­lee­ren und die Wäl­der wegfegen,
denn ver­ge­bens ist nun alles gute Streben.

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  1. Franz J. Herrmann

    Blues zu sei­ner Beisetzung

    W. A. Auden
    Über­tra­gung: Franz J. Herrmann

    Still lasst ste­hen die Uhren, das Tele­phon kappt,
    Den Hund hal­tet mit Kno­chen vom Bel­len ab,
    Kein Pia­no spielt, mit gedämpf­ten Trommelschlag
    Lasst ein die Gäs­te, tragt hin­aus den Sarg.

    Über den Trau­er­köp­fen soll krei­sen ein Flieger,
    hin­krit­zelnd am Him­mel sei­ne Bot­schaft: Tot ist er,
    Schlingt Hals­krau­sen aus Krepp um Brief­tau­ben, weiß,
    Und lasst Poli­zis­ten schwarz regeln den Ver­kehr im Kreis.

    Er war mein Nor­den, mein Süden, mein West und Ost,
    Mei­ne Werk­tags­wo­che und mei­ne Sonntagskost,
    Mein Mit­tag, mei­ne Geis­ter­stun­de, mei­ne Spra­che, mein Hit;
    Ich dach­te, Lie­be hält ewig: Jetzt bin ich quitt.

    Auch Ster­ne sind schnup­pe mir nun, knipst aus sie – alle;
    Den Mond ver­hüllt, und der Son­ne stellt eine Falle;
    Fällt Baum um Baum, schüt­tet weg den alten Ozean,
    Denn nichts wird mehr gut, wie‚s mit ihm einst begann.

  2. Ursprüng­lich hat der Auden das übri­gens für ein Kaba­rett­pro­gramm gedich­tet. Und so steht das Gedicht auch in mei­nem „Ever­y­man Book of Light Ver­se“ (1984). So viel zur Autoren­in­ten­ti­on und zur Frei­heit der Interpretation.

  3. auf eng­lisch vor­ge­tra­gen ist die ver­si­on von john han­nah auf der sound­track CD mei­nes erach­tens nach noch beein­dru­cken­der. da ist sie, im gegen­satz zum film, mit musik unter­legt. ich muss mich LK da immer ziem­lich zusammenreißen!

  4. Marco

    Dafür reimt es sich ‚-)

  5. > fand ich ganz ansprechend

    Na ja, teil­wei­se hop­pelt es schon gewal­tig: Tele­phon – roh’n, mal ganz davon abge­se­hen, dass ‚jui­cy‘ natür­lich ’saf­tig‘ ist. 

    „ihr Kla­ger klagt“ ist auch nicht gera­de der Gip­fel der Dicht­kunst 😉 Im Deut­schen gibt es „Klä­ger“, aber kei­ne „Kla­ger“.

    Im Ori­gi­nal wird der Oze­an „weg­ge­gos­sen“ (pour away), in der Über­set­zung „weg­ge­fegt“, ein ziem­lich schie­fes Bild. 

    Den Kalau­er über den Ver­fas­ser (?) spa­re ich mir jetzt mal …

  6. Marco

    http://www.inf.hs-anhalt.de/~schlechtweg/home/auden.html
    goog­le Recherche…fand ich ganz ansprechend

  7. Claudia Boerger

    Boah, wirk­lich, wirk­lich ergreifend.
    Mich wuer­de inter­es­sie­ren, ob es dazu eine gelun­ge­ne deut­sche Ueber­set­zung gibt. Weisst du/ weiss jemand das?

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